Propstei St. Gerold

Weg der Sinne – Weg der Stille

(Foto: Susann Lütolf).

«Jeder Mensch ist Bürger zweier Welten,
einer sichtbaren und einer unsichtbaren.»

Graf Dürckheim

Mit der sichtbaren Welt sind wir gut vertraut. Aber die unsichtbare Welt kennen die meisten Menschen nicht, obwohl sie alles durchdringt und wirklicher ist als die sichtbare Welt. 

Das menschliche Leben gelingt, wenn wir die beiden Welten miteinander verbinden können. Dazu möchte uns der Weg der Sinne und der Stille Hilfe bieten.

Während Jahren entstand im Wald unterhalb der Propstei ein wundervolles Naturreservat mit 13 Teichen, kleinen Wegen, die über Brücken führen, umgeben von Blumen, Sträuchern, Bäumen und mit Sitzbänken, die zum Verweilen und Meditieren einladen. Dazu inspirieren zahlreiche Tafeln mit Sinn-Sprüchen und Dichterworten von Mystikern verschiedener Religionen, die vom Geheimnis der unsichtbaren Welt sprechen. 

Wenn wir eine Blume, einen Baum, eine Pflanze anschauen und ihre Stille wahrnehmen, werden wir selber still. Die Stille ist die Wohnung Gottes. Gott ist ein Gott der Stille. Wollen wir ihm begegnen, müssen wir aus der Hektik und dem Lärm zeitweise aussteigen. Darin liegt der eigentliche Grund, dass in der Propstei dieser Ort der Stille angelegt worden ist. 

Ein Wort von Gerhard Tersteegen steht am Anfang des Wegs der Sinne. Es besagt, dass wir uns Gott nicht vorstellen, dass wir kein Bild von ihm machen können. Nicht mit dem Verstand können wir ihn erreichen, sondern nur mit dem Herzen gelangen wir zu ihm. Seine Liebe hat uns, hat alles erschaffen – und nur in Liebe und Hingabe können wir uns ihm nahen.