Propstei St. Gerold

Der Klostergarten

Auch der Klostergarten von St. Gerold ist voller Symbolik (Foto: Peter Mathis).

«Die Ros' ist ohn' warum,
sie blühet, weil sie blühet,
sie acht' nicht ihrer selbst,
schaut nicht ob man sie siehet.»
Angelus Silesius

Der Garten ist traditionell ein fester Bestandteil jedes Klosters. Ursprünglich diente er zur Selbstversorgung, zugleich ist er ein Ort der «vita contemplativa» (Beten) und der «vita activa» (Arbeiten).

In seiner Form – eingefriedet, mit zwei sich kreuzenden Wegen und einem Brunnen in der Mitte – ist der Klostergarten auch Gleichnis für das Innenleben des Menschen. Das Kreuz steht für die Verbindung von Himmel und Erde, der Brunnen für die «Quelle des lebendigen Wassers», die in der Mitte des biblischen «Gartens Eden» entspringt.

Die Rosen in der Mitte des Klostergartens: Sinnbild der bedingungslosen Liebe Gottes (Foto: Peter Länger).

Rund um den Brunnen blühen rote Rosen, Sinnbild des Lebens aus Gott, das – in den Worten des Angelus Silesius «ohn' warum» einfach lebt um des Lebens willen.

In diesem Sinn ist der Klostergarten der Propstei nicht nur Lieferant köstlicher Gemüse und Kräuter, sondern auch eine Augenweide. Ganz im Sinn von Meister Eckhart, der sagt: «Alles, was geschaffen ist, hat eine Spur von Gott und schmeckt nach Gott.»

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