Propstei St. Gerold

Die Stätte des Lebens

Der Eingang zur «Stätte des Lebens» (Foto: Christof Hiller).

«Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?

Er ist auferstanden! Er ist nicht hier.»

Matthäusevangelium 24,5f.

Diese frohe Botschaft vermittelt der 1990 von Hugo Imfeld geschaffene Verkündigungsengel den Besuchern beim Eingang zum Friedhof.

Der Friedhof ist ein Ort des Lebens, im Osten angelegt, weil dort die Sonne aufgeht, das Symbol für den auferstandenen Christus. Er ist von grünem Rasen umgeben, der Farbe der Hoffnung, mit einer Lichtsäule beim Eingang, die wiederum auf Christus hinweist, das Licht der Welt.

1965 wurden die zum Teil aufwändigen Grabsteine und verwahrlosten Familiendenkmäler weggeräumt und der Friedhof zu einem ernsthaften Zeichen umgestaltet, das darauf hinweist, dass im Tod alle Menschen Geschwister sind.

Über alle Gräber zieht sich im Sommer ein und derselbe Blumenteppich mit leuchtenden Gazanien. An der Lehmmauer sind eiserne Tafeln angebracht, die nur das Wesentliche festhalten: Name, Geburts- und Todesjahr, kein Titel und keine Auszeichnung. Im Tod sind alle gleich; es zählt keine Ausbildung und kein Titel, nur die Art und Weise, wie der Einzelne gelebt hat.

1992 hat der Vorarlberger Lehmarchitektur-Pionier Martin Rauch aus Schlins eine Lehmstampfmauer um den Friedhof gelegt. Diese Lehmmauer steht gleichsam als Grabstein für alle Toten, die auf dem Friedhof begraben sind. Der Mensch ist Lehm und wird wieder zu Lehm.

Weitere Friedhofsbilder •  Der Kinderfriedhof • Das Gefallenen-Denkmal