Propstei St. Gerold

Die Klosteranlage

Das Ensemble der Propsteigebäude (Foto: Christof Hiller).

Die schmucke Klosteranlage am Sonnenhang des Grossen Walsertals entstand in verschiedenen Bauetappen von der Romanik bis in die Gegenwart. Die verschiedenen Zeit- und Stilepochen sind da und dort noch sichtbar. Während tausend Jahren hindurch wurde die Klosteranlage in regelmässigen Abständen saniert, erweitert und modernisiert.Heute präsentiert sich die Propstei als harmonisches Ganzes in frühbarocker Fassade. Dass in Bezug auf die Propstei St. Gerold glegentlich auch von «Kloster» die Rede ist, hat mit den örtlichen Verhältnissen einen Zusammenhang. Im Grossen Walsertal wurde und wird die Propstei von den Einheimischen «das Kloster» genannt, weil hier seit Jahrhunderten Mönche aus Einsiedeln leben und wirken.

Das Propsteigebäude Richtung Süden (Foto: Peter Mathis.)

Das Propsteigebäude

bildet zusammen mit der Kirche das Herz der Klosteranlage. Hier werden die Gäste empfangen, hier trifft man sich zum Essen und gemütlichen Zusammensein, hier atmet man in den uralten Mauern, Gängen und in den Zimmern den klösterlichen Geist von St. Gerold.  Das Propsteigebäude entstand in drei Bauphasen, die in der Zeit des Frühbarock ihren Abschluss fanden. In dieser Zeit wurde die Propstei innen wie aussen zeitgemäss harmonisiert.

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Die Herberge

Die «Herberge» und links das Giebelhaus (Foto: Propstei).

1748 wird erstmals erwähnt, dass sich westlich der Propsteianlage Ökonomiegebäude, eine Klosterschenke und Pilgerräume befinden. Erstere sind schon auf der ältesten erhaltenen Darstellung der Propsteianlage aus dem Jahre 1670 zu erkennen. 1967–1970 hat Pater Nathanael in der ehemaligen Klostersennerei im 1. Stock Gästezimmer eingebaut und im Parterre im alten Käsekeller mit den eindrücklichen Kreuzgewölben wieder eine Klosterschenke eröffnet.

Bevor der Klosterkeller ab 2. September 2014 aufgrund der Umbauarbeiten endgültig der Geschichte angehört, wird er bis dorthin für verschiedene Anlässe genützt.

Das «Wyberhus»

Das «Wyberhus» (Foto: Propstei).

Für die weiblichen Mitarbeiter des Klosters (Köchinnen, Wäscherinnen, Putzfrauen) hat man 1868/1869 auf dem Keller der ehemaligen, mittelalterlichen Zehntscheune das sogenannte Wyberhus errichtet. 1971 hat Pater Nathanael das Gebäude provisorisch umgestaltet für Aufenthalte der Feriengäste und für kulturelle Veranstaltungen – quasi als Gesellschaftshaus der Freunde der Propstei. Definitiv erneuert und zu einem attraktiven Vortragssaal umgebaut wurde das Wyberhus 1977/1978. Bei dieser Gelegenheit hat man den Verbindungstrakt zur Alten Schmiede erstellt und die Cafeteria sowie sanitäre Anlagen eingerichtet. Seither wird das Wyberhus vielfältig für Kurse, Tagungen, Konzerte sowie für Bankette, festliche Anlässe und Familienfeiern genutzt.

Die alte Schmiede (Foto: Propstei).

Die alte Schmiede

Um die Pferde zu beschlagen und die landwirtschaftlichen Geräte zu reparieren, richtete die Propstei im 17. Jahrhundert eine eigene Schmiede ein. 1964 wurde das verwahrloste Gebäude von Pater Damian Rutishauser und Einsiedler Stiftschülern in ein kleines Massenlager mit sechs Betten und Aufenthaltsraum umgebaut.  Das charmante Häuschen wird gerne für Familienferien gebucht. Man stört niemanden und wird nicht gestört.