Liebe Freunde!
   
Augustinus schrieb um 400: »Die Sehnsucht Gottes ist der Mensch«. Diese Urwirklichkeit mochten wir erahnen im Unhorbaren, Unsichtbaren, Unsagbaren. Alle unsere Kurse und Begegnungen sind Ausdruck dafur. Rainer Maria Rilke beschrieb in einem Brief, was wir Menschen sein konnten: »Wie emsige Bienen sammeln wir den Blutensaft des Sichtbaren, in die grossen goldigen Honigwaben des Unsichtbaren«.
Die Musiker haben die Aufgabe, das Gottliche mit dem Menschlichen zu verbinden. Ihre Kunst ist ein entmaterialisierter Widerschein gottlichen Lebens. In seltenen Sternstunden erfahren sie dann, was Edwin Fischer einmal gesagt hat: »Wie von gottlicher Hand gelenkt entfliessen die Melodien, sie durchstromen den Kunstler und lassen ihn von diesem Stromen tragen. Sie erleben dann in Demut das hochste Gluck: nur noch Mittler zu sein zwischen dem Gottlichen, dem Ewigen und den Menschen«.
Deshalb haben wir 1967 mit Konzerten in der Propstei St. Gerold begonnen. Die Propsteikirche mit dem Fresko von Ferdinand Gehr und mit den Glasfenstern von Kim en Joong ist der ideale Ort dafur. Alles erinnert an das Gottliche, und das Gottliche will durch die Bilder das Unsichtbare sichtbar machen und durch die Musik das Unhorbare horbar. Wir heissen Sie alle sehr herzlich bei uns willkommen und freuen uns auf Ihren Besuch.

P.Nathanael OSB
      

 
     
Geschatzte Kurs- und Kulturinteressierte Liebe Freunde der Propstei St. Gerold  
   
Einundfunfzig Jahre lang hat P. Nathanael in St. Gerold gelebt und gewirkt und mit Hilfe zahlreicher Freunde aus einer Statte des Zerfalls eine Oase des Lebens geschaffen, die in all den Jahren unzahlige Menschen lieb gewonnen haben. Fur dieses Lebenswerk sagen wir dir, P. Nathanael, nochmals ein herzliches Vergelt’s Gott! – Am 23. August 2009 wurde mir von Abt Martin die Verantwortung fur die Propstei ubertragen. Mein Wunsch und mein Bestreben ist es, diesen Ort der Kultur, der Begegnung und der Einkehr zu erhalten und in eine bluhende Zukunft zu fuhren. Mit der Hilfe von Ihnen allen wird es gelingen. – P. Nathanael hat sich verdankenswerterweise bereit erklart, das vorliegende Kulturprogramm 2010 nochmals zusammenzustellen. Neben den vertrauten Angeboten finden Sie auf Seite 7 auch Sonn- und Feiertage aufgefuhrt, an welchen die Eucharistiefeier um 10 Uhr durch Gastformationen (Organisten, Chore, Musikgruppen usw.) festlich mitgestaltet wird, an welchen P. Nathanael die Predigt halten und anschliessend fur eine Begegnung vor Ort sein wird oder an welchen im Anschluss an die Messe Fuhrungen durch die Propstei oder den neuen »Sinn-Weg« stattfinden werden. Wir freuen uns, Sie bei der einen oder anderen Gelegenheit in St. Gerold begrussen zu durfen und wunschen Ihnen bereichernde und erbauende Stunden in der Propstei!

P. Kolumban und das Propstei-Team